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Deutsche Film/Fernsehen-

Unterhaltungsrunde

Academy of Lifelong Learning

Arsht Hall Mittwochs um 11:30

Frühling 2004

James F. Weiher

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weiher@udel.edu
Netzmeister:
JFW
Schön freundliche und gesellige Unterhaltung in der deutschen Sprache steht auf der Wunschliste vieler deutschsprechenden Akademie-Mitglieder. Die Film/TV- Unterhaltungsrunde kommt diesem Wunsch nach und bietet unterschiedliche deutsche Filme und TV-Sendungen, die die Gruppe ansehen und diskutieren kann.

Für jeden kommt etwas vor! Komödien, Kriminalfilme, Psychothriller, Dramafilme, Literaturfilme, und Dokumentarfilme: Jedes Thema kommt an die Reihe: Wissenschaft, Kultur, Geschichte, Politik.

Kürzere Reisefilme—12-14 Minutenlang

Die Plätze des Stanislas—Nancy
Die Grube Messel—Deutschland
Haeinsa—Tempel der schwarzen Kunst - Südkorea
Schloßpark Schönbrun (Wien)
Die Megalith-Tempel Maltas
Budapest—Donauufer und Burgviertel


Dokumentarfilme—30-45 Minutenlang

Nahaufnahme - Filme, Feten und Finanzen
• Buchhandlung
Konrad Melz-Ein Mensch fällt aus Deutschland
• Hausgeburt
Aus schreberischer Geist;
Neues aus der Hirnforschung
Infektionkrankheiten-warum sie nicht verschwinden


TV-Filme

• Tatort—Ausgespielt


Klassiker


 Kürzere Reisefilme—je 12-25 Minutenlang


Die Grube Messel—Deutschland
Fenster zur Urzeit
In der Nähe von Darmstadt liegt einer der aufschlußreicher Orte, wenn es darum geht, einen Einblick in die Urgeschichte der Erde und es Lebens zu erhalten: die Grube Messel. Vor 49 Millionen Jahren war diese Ölschiefergrube ein blühender Lebensraum; die Grube war ein See – gelegen in einem tropischen Regenwald. Klima und Vegetation erklären sich aus der damaligen Lage. Sie lag viel näher am Äquator, etwas auf der Höhe von Sizilien. Im Zuge der Kontinalverschiebung wurde Messe an den heutigen Ort gerückt. Nirgendwo sonst gibt es derart viele gut erhaltene Fossilen auf so engem Raum. Berühmt ist das „Urpferd“, ein Vorläufer des heutigen Pferdes – nicht größer als ein Hund.

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Haeinsa—Tempel der schwarzen Kunst – Südkorea
Der Haeinsa-Tempel auf dem nur schwer zugänglichen Kaya-Berg in Südkorea wurde im Jahre 802 errichtet. Es handelt sich um eine Anlage mit mehreren Gebäuden, an einem Hang gebaut und mit einem aufstrebendem Mittelweg. Die farbenfrohen Verzierungen sind ausschließlich auf die Wahrung der Harmonie ausgerichtet.

Zu oberst stehen die vier Bauten des Changgyoing P'ango. Hier wird eine Fassung des Tripitaka aufbewahrt, jener Sammlung des Theravada-Buddhismus, die 1496 Bände umfasst. Es handelt sich um einen Schatz ohne Gleichen. 80 000 Druckplatten aus Holz, perfekt erhalten, sind hier zu finden.

Seit dem 13. Jahrhundert wird hier das Tripitaka Koreana hergestellt, 200 Jahre bevor Gutenberg den modernen Buchdruck erfand. Und auch heute noch dienen die selben Druckplatten als Vorlagen.

Kulturdenkmal: buddhistische Klosteranlage, Aufbewahrungsort der berühmten Druckplatten des Tripitaka Koreana, umfassendster Kanon des Mahayana-Buddhismus

Unesco-Ernennung: 1995
802 Gründung einer Einsiedelei durch die Mönche Sunung und Ijong
1009-31 unter dem König Hyonjong Druckplattenherstellung des ersten Tripitaka Koreana
1087 Vollendung des Tripitaka Koreana
1236-51unter König Kojong erneute Herstellung des bei einem Mongolensturm zerstörten Tripitaka Koreana
seit 1398 Aufbewahrung der Druckstöcke im Chi-chon-sa von Hanyang (Seoul)
1488 Bau der Magazine Changgyong P’anjon
1592 und 1597 japanische Invasionen
1817 Brand des Haein-sa
1928 Bau der »Haupthalle des Großen Lichtes«
1940 Bau des »Schreins der Drei Geister«
1967 Bau der Gerichts- oder Höllenhalle

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Nancy – Die Plätze des Stanislas – Frankreich
Nancy besitzt eine der schönsten Platzanlagen Europas. Mitte des 18. Jahrhunderts in nur fünf Jahren erbaut, gehört das Ensemble aus Architektur, Kunst, und Gartenbau auf dem Place Stanislas, dem Place de la Carrière und dem Place de l’Hémicycle zu den Meisterwerken des Barocks und der Klassik.

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Schloß und Park – Schönbrunn in Wien
Am Höhepunkt habsburgischer Machtenfaltung zu Beginn des 18. Jahrhunderts wird Schönbrunn eine der wichtigsten Bauvorhaben der Haupt- und Residenzstadt. Wie kein andere4s Bauwerk repräsentierten das Schloß und die Gartenanlage Aufstieg und Glanz der Habsburger.

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Die Megalith-Tempel Maltas
Nur ein Jahrtausend lebte ein namenloses kleines Volk unbekannter Herkunft auf Malta. Es muß von tiefer Frömmigkeit gewesen sein, denn es hat gewaltige Tempel errichtet. Unvorstellbare Kraftleistungen waren nötig, denn die Megalithen, aus denen die Anlagen erbaut sind, haben das Volumen kleiner Häuser und wiegen 40 – 50 Tonnen.


Budapest—Donauufer und Burgviertel
Die Hauptstadt Ungarns liegt in einer beeindruckenden Landschaft: Beiderseits der Donau zwischen ungarischem Mittelgebirge und großem Tiefland.
Das Bild der Stadt ist geprägt von Zerstörung und Wiederaufbau. Auf den Fundamenten des Alten entstand das neue, heutige Budapest.
Am rechten Donauufer liegen die Stadtteile Buda mit dem Burgberg und Obuda mit den Ruinen des alten römischen Legionslagers Aquincum, am linken Ufer der Stadtteil Pest.

Der Film zeigt nicht nur das heutige Stadtbild, sondern führt zurück in die lange Geschichte dieser Stadt. Die Türken und Römer hinterließen ihre Spuren. Im 18. Jahrhundert kamen die Habsburger unter Maria Theresia als Besatzer. Ihren Architekten verdankt die Burg ihre Wandlung zum heutigen Barockschloss.

Kulturdenkmal: die Innenstadt von Budapest und das Panorama beider Ufer der Donau

Unesco-Ernennung: 1987
1061 erste urkundliche Erwähnung von Pest
1247-65 Bau der königlichen Burg auf dem Budaer Burgberg
1255-69 Bau der Matthiaskirche auf der Budaer Burg
1308 Krönung von Karl I. von Anjou zum ungarischen König
1347 Umzug des Hofstaates von Visegrad nach Buda
1468 Pest; königliche Freistadt
1526 Plünderung und Brandschatzung Budas
1545-1686 Buda in der Hand der Türken
1686 Vertreibung der Türken durch das Heer der Heiligen Liga
1703 Buda und Pest freie Städte
1873 Vereinigung dreier Städte, Buda, Obuda und Pest, zu Budapest
1899-1905 Bau der Fischerbastei
1980 Neueröffnung der Redoute (1821-84)

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Dokumentarfilme—je 30-45 Minutenlang

Konrad Melz-Ein Mensch fällt aus Deutschland
Der Schriftsteller Konrad Melz
Als der Exilroman „ein Mensch fällt aus Deutschland“ 1936 in Amsterdam erschien, wurde er von der Kritik begeistert aufgenommen. „Ich war fünf Minuten berühmt“ sagte der 90jährige Schriftsteller Konrad Melz 1988 lakonisch. aufgewachsen ist Konrad Melz als Sohn eines armen jüdischen Schneiders in Berlin. 1934 wurde er in ein geplantes Hiter-Attentat verwickelt und floh nach Holland, wo er als Knecht durchschlug. In den Nächten schrieb er sich sein Emigrantenlos seine verzweifelte Haßliebe zu Deutschland, von der Seele expressionistisch, anklagend doch mit unerschütlichem Humor. Als1940 die Nazis nach Holland kamen, versteckte sich Konrad Melz in einem Schrank. Nach dem Krieg wurde Konrad Merz Masseur; erst in den 70er Jahren hatte er wieder die Kraft zu schreiben. Bis heute spiegeln seine Erzählungen das Trauma der Hitler-Zeit.

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Neue Menschen aus Schreberischer Geist
Geschichte einer deutschen Erziehung
Jedem Deutschen fällt zu dem Namen Schreber etwas ein. Er denkt an Schrebergarten – inbegriff deutsche Kleinbürgerlichkeit und Gemütlichkeit. Benannt sind sie nach dem Leipziger Arzt Moritz Schreber. Psychiater verbinden mit dem Namen Schreber etwas anders. Sie denken an das bizarrste Wahngebäude in der Geschichte der Psychiatrie, ersonnen von dem schizophrenen Gerichtspräsidenten Paul Schreber, Sohn von Moritz Schreber. Der Film zeichnet die seltsame Familiengeschichte der Schrebers nah. Es ist die Geschichte des ehrgeizigen Weltverbesserers Moritz Schreber, dessen Kinder am Anspruch, die ersten neuen Mustermenschen zu werden, tragisch scheitern.

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Neues aus der Hirnforschung
Unfälle im Straßenverkehr, Zeugenvernehmung – weltweit eine Routinearbeit für die Polizei. Wie verläßlich aber sind die Zeugenaussagen? Warum war für den einen die Ampel rot, für den anderen grün? Was passiert im Gehirn, daß objektive Wahrnehmung nicht möglich ist – jeder etwas anders sieht? Kann man größere Wahrnehmung trainieren? – Außerdem „Déja-vu-Erlebnisse“ – sind sie bloße Hirngespinste oder im Unterbewußtsein gespeicherte Informationen?

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Krank und vervirt
Infektionkrankheiten-warum sie nicht verschwinden
17 Millionen Menschen sterben pro Jahr an Infektionskrankheiten. Die Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm. Nicht nur neue Erreger bereiten Medizinern und Epidemiologen Probleme. Auch alte, längst beherrschbar geglaubte Krankheiten haben wieder zugenommen. Schlimmer noch immer häufiger lassen sich Infektionskrankheiten mit den alten Medikamenten nicht mehr behandeln.


TV-Filme

Tatort— Ausgespielt
Ums große Geld dreht sich alles in diesem Film. Stoever soll den brutalen Mord an einem bekannaten Jazzmusiker aufklären.

Der heruntergekommene und in die Obdachlosenszene abgerutschte Jazzmusiker Max Zeller wird erschlalgen aufgefunden. Stoever und sein Kollege Brockmöller erkennen in dem Toten ihr altes Jazz-Idol wieder und versuchen herauszufinden, wie Zeller so zugrundegehen konnte. Während sich parallel eine Erpressergeschichte entwickelt, kommen die Kommissare auf die Spur eines Plagiats, durch das der Mörder offfenbar an das ganz große Geld kommen will.

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Klassiker

Der Zarewitsch
Operette  (1927) Musik: Franz Lehár; Libretto: Béla Jenbach, Heinz Reichert

»Der Zarewitsch« geht zurück auf ein Schauspiel der polnischen Schriftstellerin Gabryele Zapolska. Lehár sah das Stück 1925 auf einer Wiener Bühne, war sofort von dem Sujet begeistert und hat hierzu eine Musik geschrieben, die den besten seiner Werke gleichwertig ist und der es wohl auch hauptsächlich zu verdanken ist, dass sich das Werk als lebens-fähig behauptet hat. Schon die Uraufführung des "Zarewitsch", die 1927 stattfand, war ein überaus großer Erfolg.

Die Gestalt des Zarewitsch ist historisch. Es handelt sich um Alexej, den Sohn Peters des Großen. Die Handlung basiert auf wahren Begebenheiten: Der junge Zarewitsch soll verheiratet werden, doch er ist äußerst unzugänglich für jede weibliche Annäherung. Durch eine Intrige gelingt es seinem Vater mit Hilfe der Tänzerin Sonja den Bann zu brechen. Doch verlieben sich Sonja und der Thronfolger ineinander. Dieses gefährliche Keimen echter Liebe versucht der betriebsame Großfürst mit allen Mitteln zu zerstören und zwingen den Thronfolger seine Gefühle den Standesrücksichten zu opfern.

Die Operette:
Schwermut beherrscht die Musik in der Operette nach dem Libretto von Bela Jenbach und Heinz Reichert. Franz Lehár (1870-1948) schrieb sie mit 57 Jahren; 1927 wurde sie in Berlin uraufgeführt. Die russische Atmosphäre des Buchs schlägt sich in der starken slawischen Färbung der Musik nieder, im Kontrast zum italienischen Kolorit des dritten und letzten Akts. „Der Zarewitsch“ ist eine Operette voll Leidenschaft, Entsagung und Melancholie.

Petersburg und Neapel, Ende des 19. Jahrhunderts. Der junge Zarewitsch huldigt asketisch-soldatischen Idealen. Frauen haben in dieser Welt keinen Platz. Sogar sein Kammerdiener Iwan kann seine Mascha nur heimlich empfangen, denn niemals würde der Kronprinz verheiratetes Personal um sich herum dulden. Was tun, wenn der russische Thronfolger zwar heiraten soll, aber von Frauen nichts wissen will? Überhaupt ist er allen Vergnügungen abhold, und das bereitet seiner Umgebung Sorgen. Auch dem Ministerpräsidenten bereitet solch rigide Haltung des Prinzen gegenüber dem schönen Geschlecht einige Sorge, soll doch der Zarewitsch demnächst heiraten! Der Ministerpräsident entwirft einen Plan: Der junge Zarewitsch soll vorsichtig an die Frauenwelt herangeführt werden, da man am Hof eine standesgemäße Heirat von ihm erwartet. Ihm scheint es daher geboten, den künftigen Thronfolger durch eine Geliebte auf die anstehende Ehe vorzubereiten. Schnell ist das richtige Mädchen dafür gefunden. Alles wäre perfekt, würde sich die gutgemeinte Schulung nicht zu einer echten Liebesbeziehung entwickeln.

Das Ballettmädchen Sonja soll des Zarewitsch Geliebte werden und ihn auf die Ehe vorbereiten. Sonja wird in seine Gemächer geschmuggelt . Der Plan schlägt fehl. Aus der eingefädelten Liebschaft wird echte Liebe. Aber da wäre noch die Braut, die für den Zarewitsch ausersehen ist. Der Zarensohn flieht mit der eigentlich nur als „Lockmittel" ausersehenen Sonja nach Neapel. Doch ihr Glück ist begrenzt. Ihre heftige Affäre wird durch den Tod des Zaren unterbrochen und die Politik fordert ihr Recht. Die Pflicht ruft den Thronfolger wieder in seine Heimat, und Sonja verzichtet auf ihn.

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Bauern, Bonzen und Bomben Farbe, 450 Min. (5 Teile),  1973
Produktion:     Norddeutscher Rundfunk
Regie:     Monk, Egon
    Musik:    Alexander Goehr
    Drehbuch:    Egon Monk
    Kamera:    Kurt Weber, Hans Sommerfeld
    Darsteller:    Arno Assmann, Eberhard Fechner, Edgar Bessen, Ernst Jacobi, Horst Bergmann, Rudolf Brand, Siegfried Wischnewski
Nach dem gleichnamigen Roman von Hans Fallada
Teil 1: Die Bauern
Teil 2: Die Demonstration
Teil 3: Die Städter
Teil 4: Alle gegen alle
Teil 5: Der Gerichtstag

„Bauern, Bonzen und Bomben" machte den oft als „Volksschriftsteller" bezeichneten Hans Fallada 1931 mit einem Schlag berühmt. Den Grund für seinen ersten literarischen Erfolg nennt der Autor selbst: „Bei der Wiedergabe der Atmosphäre, des Parteihaders, des Kampfes aller gegen alle ist höchste Naturtreue erstrebt. Meine kleine Stadt steht für tausend andere..."

In dieser kleinen Stadt, Neumünster in Holstein (alias Altholm im Roman) hatte Fallada einst als Annoncenwerber und Gelegenheitsreporter beim „ General-Anzeiger" sein Geld verdient und dabei den Stoff zu diesem Buch gesammelt, von dem der Regisseur der Fernseh-Verfilmung, Egon Monk, sagt, es zeige „einige Ursachen für den Verfall der Weimarer Republik" auf. Die militante völkische Landvolk-Bewegung (1928 gegründet) im Schleswig-Holstein der späten Weimarer Republik schob der „roten Judenrepublik“, dem verhaßten republikanischen „System" die Schuld an ihrer ökonomischen Notlage zu. Im August 1929 zogen etwa 3000 Bauern zu einer Kundgebung in die kleine Industriestadt Neumünster ein. Es kam zu blutigen Zusammenstößen mit der Polizei, meldete der „General-Anzeiger" am nächsten Tag. Über den folgenden Prozeß um die Straßenkämpfe hatte Fallada berichtet, in seinem Roman das Geschehen dann allerdings nach Pommern verlegt. Monk hat die Handlung nach Schleswig-Holstein zurückgeholt; er drehte ca. 120 Tage in den realen historischen Kulissen von Hamburg, Rendsburg, Lüneburg, Eckernförde und Neumünster.

In epischer Breite und mit Detailfreudigkeit beschreibt Monk, dem Autor folgend, ein Klima der Denunziation, der Staatsverdrossenheit und der politischen Intrige. Dabei legt der Film nahe, daß in jener Zeit engstirnige Sozialdemokraten in ihren Regierungsfunktionen nicht schuldlos waren am Niedergang der ersten deutschen Republik. Dem Regisseur, dessen Bearbeitung des Stoffes Sympathie für den etwas selbstherrlichen sozialdemokratischen Bürgermeister des Ortes verrät, geht es um kritische historische Distanz, durch die die geschichtlich verbürgte Handlung ins Verhältnis gesetzt werden kann. Am Schluß fügt Monk der Romanhandlung eine selbsterfundene Passage hinzu; da Fallada offenbar einer gänzlichen Fehleinschätzung der NS-Bewegung erlegen war - die NSDAP spielt in dem Buch so gut wie keine Rolle -, läßt der Regisseur in der letzten Sequenz einen Nazi-Trupp mit dem Schlachtruf „Nieder mit der Republik!" durch Altholm ziehen. Eine berechtigte kritische Fußnote, zumal in Wirklichkeit die Nazis in Schleswig-Holstein bereits im Juli 1932 bei den Reichstagswahlen die absolute Mehrheit erlangt hatten.

Kurt Tucholsky hatte Fallada seinerzeit eine erstaunliche „Echtheit des Jargons" attestiert. Diese Echtheit wird durch Egon Monks Bestreben nach größtmöglicher Authentizität der Verfilmung weitergeführt, bis hin zum schleswig-holsteinischen Platt aller Chargen. Der Regisseur Monk, ehemaliger Brecht-Schüler und langjähriger Leiter der Hauptabteilung Fernsehspiel beim NDR, zeigt zudem eine besondere Vorliebe fürs Kammertheatralische; amerikanische und halbnahe Kameraeinstellungen dominieren in diesem Film, dessen Inszenierung durch die anhaltende Konzentration auf Gesichter, Gesten und Zweierkonfrontationen geprägt ist: eine ausladende bedächtige Verfilmung.

(Teil 1) Max Tredup, Annoncenwerber bei der „Chronik“, der kleinen Provinzzeitung von Altholm, kann mit seinem dürftigen Druckzeilenhonorar Frau und Kind nicht mehr ernähren. Als er zufällig Zeuge wird, wie die in Bedrängnis geratenen Bauern der Gegend eine Pfändungsvollstreckung der Finanzbehörde massiv zu verhindern versuchen, macht er Fotos davon und verkauft sie für tausend Mark als Belastungsmaterial an den Regierungspräsidenten Temborius, der die Verhaftung des Bauernführers anordnet.

(Teil 2) Die Bauern sind provoziert. Es gibt Bombenanschläge, darunter auch auf den Regierungspräsidenten in Schleswig. Der Bürgermeister von Altholm genehmigt gegen den Willen des Präsidenten eine Bauerndemonstration im Ort. Polizeioberinspektor Frerksen gerät daraufhin in Zweifel, wem seine Loyalität zu gelten hat. Auf Anordnung Temborius' stehen zwei Kompanien Schutzpolizei nahe bei Altholm, bereit, den friedlichen Ablauf der Kundgebung in Frage zu stellen.

(Teil 3) Große Unruhen sind die Folge. Stuff, Lokalredakteur der „Chronik“, nimmt das Ende der Bauerndemonstration zum Anlaß, die „Roten" in der Stadtverwaltung anzugreifen. Über einen fiktiven Leserbrief gibt er den Bauern das Stichwort zum Boykott. Vertreter der örtlichen Geschäftsleute versuchen mit dem Landvolk Kontakt aufzunehmen, dessen ultimative Forderung, die Entlassung von Gareis und Frerksen, die Verhandlungen jedoch scheitern lassen.

(Teil 4) Bürgermeister Gareis nimmt den Boykott der Bauernschaft nicht zur Kenntnis. Daraufhin fährt eine Abordnung der Geschäftsleute nach Schleswig zum Regierungspräsidenten, der nun seinerseits die Chance erkennt, den ihm schon lange unbequemen Bürgermeister und Parteigenossen zu treffen. Er läßt Frerksen dispensieren. Gareis geht kompromißlos gegen den Lokalredakteur vor, versucht die Anschuldigungen des Regierungspräsidenten geheimzuhalten und erzwingt Pressefrieden bis zur gerichtlichen Untersuchung der Demonstrationsvorgänge.

(Teil 5) Tredup sitzt als Berichterstatter bei den Verhandlungen des Landvolkprozesses. Zu früh kündigt er die Entmachtung des Bürgermeisters an und verliert seine Stellung. Als er das Geld kassieren will, um mit seiner Familie fortzuziehen, wird er erschlagen. Der Landvolkprozeß endet mit einem Kompromißurteil. Allein Gareis, der Bürgermeister, bleibt auf der Strecke.

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 Faust (1960)  128 Min
Der FAUST von Johann Wolfgang von Goethe zählt noch immer zu den gewaltigsten deutschen Bühnenstücken.  Im 20 Jahrhundert setzte Gustaf Gründgens mit seiner Inszenierung am Hamburger Schauspielhaus neue Maßstäbe. Der Mephisto in FAUST war wohl Gustaf Gründgens' berühmteste Bühnenrolle, und auch heute noch gehört diese Inszenierung zu den spektakulärsten Bühnenereignissen.

Mephisto: Gustaf Gründgens
Faust: Will Guadflieg
Regie: Peter Gorski

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Die Leiden des jungen Werthers (1976) 101'
Regie: Egon Günther    nach dem gleichnamigen Roman von Goethe
Schauspieler: Hans-Jürgen Wolf, Katharina Thalbach, Hilmar Baumann, Heinz Dieter Knaup, Herwart Grösse, Dieter Mann, Klaus Piontek, Stefan Lisewski

Wilhelm übergibt einem Verleger in Leipzig die Briefe seines Freundes Werther. Gemeinsam lesen sie, das Schicksal des jungen Mannes lebt vor ihrem Augen auf: Auf einem Ball lernt Werther die junge Lotte, Tochter des Amtmanns, kennen. Er wird ständiger Gast in ihrem Haus und ein Freund der Familie. Seine Liebe zu Lotte ist hoffnungslos, denn sie ist mit Albert verlobt, einem Mann, der ihr eine gesicherte Zukunft garantiert. Werther dagegen ist ein Schwärmer, der gegen die gesellschaftlichen Verhältnisse aufbegehrt. Er trennt sich von Lotte, nimmt eine stupide Arbeit in der Kanzlei eines Gesandten auf. Die Unverträglichkeit der Arbeit und die Brüskierung durch dünkelhaften Adel lassen ihn fliehen und in die Umgebung von Lotte, die inzwischen mit Albert verheiratet ist, zurückkehren. Er bedrängt sie mit seiner leidenschaftlichen Liebe, doch sie weist ihn von sich. An seiner unglücklichen Liebe und dem Leben verzweifelt, wählt er den Freitod.


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