Für jeden kommt etwas vor! Komödien, Kriminalfilme, Psychothriller, Dramafilme, Literaturfilme, und Dokumentarfilme: Jedes Thema kommt an die Reihe: Wissenschaft, Kultur, Geschichte, Politik.
Kürzere Reisefilme—12-26 Minuten
• Buchhandlung—R. von Weizäcker, Alan Isler, Briefe Alfred KarrsTV-Filme• „Homecare"
• Bouleward DW- Diana ua.
• Homöopathie, die Kraft aus dem nichts
• Erdbebenforschung in Chile-den Beben auf der Spur
• Das Meer-nach uns die Sintflut
Klassiker
• die Ärzte—der Gutachter—Apropos Wien• die Ärzte-Sportarzt Conny Knipper-Giganten & Apropos Doping
Ausgrabungen in Troia
• Sissi—Teil 1 (109')• Karl May—Teil 1 (90')
• Bauern, Bonzen und Bomben—Teil 1 (88')
„Unter den Juwelen der Antike ist Rom der Diamant" schrieb Goethe auf seiner Italienreise, und der heutige Italienreisende empfindet bei einem Besuch der „Ewigen Stadt" kaum anders.. Der Zauber eines historischen Ortes ist in der Hauptstadt des Römischen Weltreiches auf Schritt und Trit zu spüren. Ob nun auf dem Forum Romanum, im Kolosseum, Im Pantheon oder im Palazzo Venezia—überall begegnet der Besucher den überreichen Funden einer mehr als zweitausendjährigen Geschichte.
Victoria Fälle—Sambia/Simbabwe
Als sich David Livingstone am 16. November
1855 zum ersten Mal dem Naturschauspiel der Victoria-Fälle nähert,
schreibt er folgendes in sein Tagebuch: „Das erste, was man aus einer Entfernung
von etwas zwei Stunden erblickt, gleicht in der Tat ganz und gar den riesigen
Rauchsäulen, wie die, die bei dem in Afrika so gewöhnlichen Wegbrennen
des dürren Graswuchses auftreten." DW-TV hat sich auf die Spuren von
David Livingstone begeben und erzählt in dem Film die Geschichte der
Entdeckung der Victoria-Fälle.
Verbotene Stadt
in Peking
Mitten im Herzen von Peking liegt hinter
hohen Mauern versteckt ein geheimnisvoller Palast, einfachen Leuten war
hier über Jahrhunderte hin der Zutritt verwehrt. Hinter gewaltigen
Toren erstreckt sich eine eigene Welt, eine riesige Anlage, abgeschlossen
und fremd-die Verbotene Stadt. Von hier aus regierte der Chinesische Kaiser
umgeben von seinem Hofstaat mit 4.000 Angehörigen. Der Film führt
in das innere der „Verbotene Stadt" und erzählt die Geschichte der
Verlegung der Hauptstadt Chinas und der Entstehung der größten
Palastanlage der Welt.
Buchhandlung—R.
von Weizsäcker, Alan Isler, Briefe Alfred Karrs
In einem von der Deutschen Welle herausgegebenen,
ehemaligen monatlichen Magazin für Leser wurde das Buch, „Wo liegt
Berlin? Briefe aus der Reichshauptstadt 1895 bis 1900" diskutiert. Alfred
Kerr war 28 Jahre alt, als er begann, für die Breslauer Zeitung seine
„Briefe aus Berlin" zu schreiben. Er beschreibt auf sehr lebendige Weise
das Berliner Kultur- und Gesellschaftsleben und die rasanten Veränderungen
in der Stadt. Liest man Kerrs 100 Jahre alten Artikeln, stellt man verblüfft
fest: In Berlin hat sich nichts geändert. Günther Rühle
hat diese Zeitungsartikel in einer Breslauer Bibliothek wiederentdeckt.
Arnulf Barings Werk „Scheitert Deutschland?" wurde auch vorgestellt. Die zentrale These Professor Barings ist „Deutschland wird, wie andere Länder auch, Abschied nehmen müssen von dem Traum, es könnte eine Garantie für materielle Sicherheit und dauernde Prosperität geben. Abschied nehmen auch von der Wunschvorstellung eines lebenlang gesicherten Arbeitsplatzes."
Als Gast der Sendung diskutiert der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker sein Buch „Vier Zeiten, Erinnerungen".
Dem nächsten
zu Wehr—Freiwillige Feuerwehren in Deutschland
„Gott zu Ehr, dem Nächsten zur
Wehr" Schwerverletzte müssen aus ihrem Autos geschweißt, Lebensmüde
von Brücken gerettet und verschüttete Bauarbeiter ausgegraben
werden. Ausgelaufenes Öl wird abgesaugt, bevor es Boden und Grundwasser
verseucht. Die Freiwillige Feuerwehr schützt die ländliche Bevölkerung—nur
Städte mit über 100 000 Einwohnern verfügen über Berufsfeuerwehren.
Die ersten Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland wurden zwischen 1836
und 1846 gegründet. Die Feuerwehrmänner der ersten Stunde stammten
aus den Reihen der Turnerriegen und Bürgermilitärkorps. Heute
zählen die Freiwilligen Feuerwehren fast 1,3 Millionen Mitglieder.
Die Männer und Frauen opfern einen großen Teil ihrer Freizeit.
Erdbebenforschung
in Chile-den Beben auf der Spur
Der Aufbau unserer Erde ist ein Prozeß,
der vor über 4 Milliarden Jahren begann und auch heute noch andauert.
Diese fortwährende Umordnung offenbart sich z. B. in Erdbeben und
Vulkanausbrücken. Um geophysikalische Phänomene besser zu verstehen,
sind aufwendige Feldexperimente notwendig. Sie finden seit Jahren vor der
chilenischen Küste und in der Atacama-Wüste statt. Unter der
Federführung von deutschen Wissenschaftlern arbeitet dort ein internationales
Team unter oft harschen Umweltbedingungen. DW-TV begleitete die Geophysiker
beim Aufbau von seismologischen Stationen ins Landesinnere und war zu Gast
auf dem deutschen Forschungsschiff „Sonne" von wo aus Meßgeräte
in 5.000 Meter Tiefe vor der Küste versenkt werden.
Sachsen nach
der Wende
Notizen aus dem Freistaat—„Jedes Land
braucht ein Quentschen Glück" antwortete ein sächsischer Schornsteinfeger
auf die Frage, wie es denn mit der Zukunft des „alten neuen Freistaates"
aussehe. Sachsen tut sich schwer—wie alle anderen neuen Bundesländer
auch—den Zusammenbruch der sozialistischen Planwirtschaft zu überwinden.
Doch blickt es auf eine jahrhundertealte Tradition als Wirtschaftsstandort
zurück. Der Freistaat versucht, wieder an die Zeit der wirtschaftlichen
Prosperität vor dem zweiten Weltkrieg anzuknüpfen, und beschreitet
neue Wege. In Dresden und Leipzig entstehen Technologozentren, der Mittelstand
ist auf dem Vormarsch. Heute kann Sachsen mit Stolz von sich behaupten,
ein Drittel des wirtschaftlichen Potentials Ostdeutschlands auf sich zu
vereinen. Dabei soll die kulturhistorische Bedeutung Sachsens nicht zu
kurz kommen, Städte und Dörfer werden restauriert, ganze Landstriche
saniert. Und—die Sachsen selbst sind zuversichtlich…
Das Wort „Sax" bedeutet im Altgermanischen „Schwert". Doch kriegerisch sind die Menschen zwischen Erz- und Elbsandsteingebirge, zwischen Leipzig und Bautzen schon lange nicht mehr. Dafür reiselustig, redselig und erfindungsreich, Geniestreiche, wie etwa die Postkarte, das Waschpulver oder die Spiegelrelexkamera, kommen aus Sachsen. Auch große Literaten, Musiker und Reformer hat Sachsen beheimatet, wie etwa Gotthold Ephraim Lessing, Johann Sebastian Bach und Martin Luther.
Der letzte sächsische König soll sich 1918 mit den Worten verabschiedet haben: „Macht euren Dreck doch alleene."—die historisch jüngste Chance dazu erhielten die Sachsen nach der deutschen Wiedervereinigung. Und sie nutzen sie: Der Freistaat hat die höchsten Wachstumsraten und die niedrigste Arbeitslosenquote aller neuen Bundesländer—dazu klare Strategien für die Zukunft—am Rande der Landeshauptstadt Dresden zum Beispiel entsteht die größte Chip-Produktionsstätte Europas. Bei so viel Zukunft vergessen die Sachsen aber auch ihre kulturhistorische Bedeutung nicht: Vielerorts werden Schlösser und andere Kulturdenkmäler liebevoll restauriert; das bekanntste Projekt ist wohl der Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Frauenkirche in Dresden.
Homöopathie, die Kraft aus dem nichts
Similia Similibus—Homöopathie: die Kraft aus dem Nichts. Die homöopathische Lehre ging um die Welt. Doch Spott und Zweifel haben die Heilkraft des Nichts vom ersten Tag an begleitet. Vor über 200 Jahren hat Samuel Hahnemann die Homöopathie entwickelt. Sein Simile-Prinzip—Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen—erregte Aufsehen. Heute verschreiben drei von vier Hausärzten in Deutschland homöopathische Medikamente, auch wenn die Lehre bei Schulmedizinern umstritten ist. Der Film erzählt die Geschichte der Homöopathie von den Anfängen bis zur heutigen weltweiten Verbreitung. Er folgt den Spuren des Begründers und zeichnet Hahnemanns Erfolgsweg von Sachsen bis nach Paris nach. Er führt nach Indien, wo die einzigartige Heilmethode sehr weit verbreitet ist. Und er stellt Georges Vitoulkas vor, der für seine homöopathischen Forschungen den Alternativen Nobelpreis erhielt.
Das Meer — Nach uns die Sintflut
Die internationale Luftüberwachung der Nord- und Ostsee gewinnt immer mehr an Bedeutung. Seit Beginn der Kontrollflüge 1986 hat die Anzahl der identifizierten Meeresverschmutzer um ein Drittel zugenommen. Koordiniert durch die Bundesmarine und in Abstimmung mit den übrigen Anrainerstaaten sind täglich Flugzeuge im Einsatz, um das riesige Gebiet zu überwachen. Mit Laser-Fluoreszenz-Sensoren werden Schiffe und Ölplattformen unter die Lupe genommen.. Welche Folgen hat die Entdeckung eines Umweltverschmutzers für den Verursacher? Kann das Umweltbewußtsein bei den Schiffseignern und Ölgesellschaften verbessert werden?
Andy im Tal der
Träume
„Go west, young man," ein Motto, scheinbar
immer noch gültig im Land der unbegrenzten Möglichkeiten - zumindest
im Silicon Valley. Der begabte Techniker Andreas von Bechtolsheim, der
bereits vor 20 Jahren als Student von Bodensee nach Stanford ging, startete
Ende der 80er Jahre im kalifornischen „Tal der Träume" eine phantastische
Karriere, die in einer Garage begann. Heute gehört sein Software-Unternehmen
„Sun Microsystems" zu den großen, feinen Adressen der Branche. Damit
nicht genug: Andy verkaufte sein Sun-Aktinenpaket und gründete eine
neue Firma, „Granite", die zusammen mit dem Giganten „Cisco" heute einen
Börsenwert von ca. 63 Milliarden Mark erreicht - mehr als Siemens
oder Daimler. Ein Portrait über einen, für den der amerikanische
Traum wahr wurde.
Mutter Natur—blind wie der Zufall?
Die Evolutionsgeschichte auf der Basis der Idee von Charles Darwin ist heute wissenschaftlich akzeptiert. Doch die Konsequenzen für das Selbstverständnis des Menschen imitieren noch immer: Sind wir nur zufälliges Produkt eines biologischen Auswahlprozesses und Spielball des Zufalls? Lautet doch das provozierende Statement eines Evolutionsforschers: „Die Evolution geht nirgendwohin!" Der Film skizziert Darwins Theorie und ihre aktuelle Weiterentwicklung durch die umstrittenen Thesen von Richard Dawkins, Universität Oxford. Sie diskutiert die biologischen Wurzeln von Kultur und Religion, und sie fragt nach der Zukunft des Menschen im Lichte der Evolutiontheorie Darwins.
Zwischen hier
und dort—Giwi Margwelaschwili
Der Schriftsteller Giwi Margwelaschwili
Der Georgier Giwi Margwelaschwili ist zeit seines Lebens ein Grenzgänger zwischen Ländern, Kulturen und Sprachen. Als Sohn georgischer Emigranten 1927 in Berlin geboren, wächst Giwi deutschsprachig auf. Nach Kriegsende wird er von den russischen Besatzern nach Georgien deportiert. In den folgenden Jahrzehnten arbeitet er als Deutschlehrer in Tiflis; seine Überlebensnische wird das Schreiben. Als Giwi Margwelaschwili nach dem Fall der Mauer zum ersten Mal nach West-Berlin reisen darf, hat er mehrere Buchmanuskripte im Gepäck.
Die Fernsehspiel-Reihe „Die Ärzte" ist eine Produktion des Norddeutschen Rundfunks. Hier setzt sich fort mit Leid und Freud aus dem beruflichen und privaten Leben des Gynäkologen Helmut Singer. Rivalitäten an einer Wiener Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe: Dozent Neuberg ist auf dem Sprung zum Professor. Das Nachsehen hat sein Assistenzarzt Dr. Helmut Singer, der zunehmend Probleme mit Neuberg hat. Außerdem weiß Singer zuviel: daß sein Chef unnötige Operationen durchführt und daß Neuberg als hochbezahlter Gutachter im Dienste einer Invalidenversicherung regelmäßig gerechtfertigte Ersuchen um Frühpensionen ablehnt.
Singer, der mehr als einmal bewiesen hat, daß er Neuberg fachlich
durchaus gewachsen ist, will dies nicht länger hinnehmen und versucht,
den betrogenen Patienten zu ihrem Recht zu verhelfen. Der Konflikt der
beiden Männer verschärft sich, als sich Singer in Neubergs attraktive
Frau Helga verliebt und mit ihr ein Verhältnis beginnt. Als Neuberg
dies erfährt, versucht er Singer einzuschüchtern und ihm die
Totgeburt eines Kindes in die Schuhe zu schieben. Singer läßt
sich nicht erpressen und bringt die Informationen über die manipulierten
Gutachten in die Presse. Nicht nur Neuberg, sondern auch Singer geraten
dadurch in einem unabsehbaren Strudel von Ereignissen.
Die Ärzte-Sportarzt Conny Knipper-Giganten & Apropos Doping
In ihren Händen liegt nicht selten das Leben anderer. Als „Halbgötter in Weiß" werden sie verehrt: doch auch sie sind nur Menschen. Eben diese Botschaft ist das zentrale Anliegen dieser Episode über Conny Kipper, Orthopäde.
Sportarzt Conny Knipper schlägt sich nach seiner Kündigung in der Klinik mit Vertretungen durch. Ein Job, der ihn beruflich überhaupt nicht befriedigt. Auch Connys Eifersucht auf Keas Jugendfreund Wolfgang bekommt wieder neue Nahrung. Und dies ausgerechnet an dem Tag, an dem Conny zu Kea in die Schmiede zieht. Seine Laune schlägt jedoch sofort um, als er gebeten wird als Sportarzt die Olympiamannschaft der Gewichtheber zu betreuen.
Es winken neun Wochen Trainingslager
in Südkalifornien. Sein alter Freund Dirk ist auch in der Mannschaft.
Doch die Reise entwickelt sich zur Katastrophe. Conny stellt bald fest,
daß die ganz Mannschaft unter Dopingmitteln steht. Er wird nicht
nur von seinem Arztkollegen Dr. Etzbach, sondern auch von seinem Freund
Dirk heftig unter Druck gesetzt, die Augen zu schießen und mitzumachen.
Während Conny um seine Glaubwürdigkeit und Karriere kämpft,
versucht in der Heimat Wolfgang heftig, Keas Liebe wiederzugewinnen.
Die drei Teile erzählen nicht nur aus dem Leben Sissis, der immer noch beliebtesten und am meisten verklärten Monarchin unserer Geschichte, sie empfinden die von ihnen beschriebene Entwicklung nach. In jedem Moment der Trilogie spiegelt Ernst Marischkas Stil die Haltung seiner Heldin. Deshalb entspricht Sissi, der erste der drei Filme, vielleicht noch am ehesten den vorherrschenden Klischees.
Romy Schneider ist hier ganz das burschikose Mädchen, das Karlheinz Böhm nur durch Zufall begegnet und sein Herz genauso wie das der Zuschauer im Sturm erobert. Die Ereignisse bis zur großen kaiserlichen Hochzeit, mit der Marischkas Film in einem Triumph von Ausstattung und Pomp endet, sind die einer Komödie voller Lebenslust und Albernheiten. So bezaubernd wie Romy Schneider ist auch der ganze Film, dessen wirbelnde Leichtigkeit uns für knapp zwei Stunden in einen Traum von einer vergangenen besseren Zeit entführt.
Sissi - Die junge Kaiserin. So lautet der Titel des zweiten Teils von Ernst Marischkas Trilogie über das Leben und die große Liebe der Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn. In seinen komödiantischen Augenblicken, den Szenen mit Oberst Böckl und während der verspäteten Hochzeitsreise des kaiserlichen Paares, ist noch ein bisschen von der Leichtigkeit des ersten Teils zu spüren. Aber es mischen sich dunklere, melancholische Töne in dieses (beinahe) wahre Märchen von der ganz und gar natürlichen, zur Kaiserin gewordenen bayrischen Prinzessin, die hier nur kraft ihres Herzens und ihrer Ausstrahlung Österreich und Ungarn versöhnt.
Der erste Sissi-Film ist geprägt durch den Überschwang der Jugend und eine innige Verbundenheit zur Natur, in der Menschen wie Sissi, die man -- auch wie Romy Schneider sie spielt -- durchaus als Kind der Erde beschreiben kann, ihr Glück und ihre Erfüllung finden -- nicht umsonst fängt sie ihre große Liebe beim Angeln. Der zweite Teil, der vom notwendigen und zum Teil erzwungenen Erwachsenwerden Sissis erzählt, ist dem gegenüber in erster Linie ein Film des Hofes und seiner Regeln. An die Stelle der Natur tritt die Politik, an die der familiären Harmonie zwischen Sissi und ihren Eltern (Gustav Knuth und Magda Schneider) der ständige Kampf zwischen ihr und ihrer strengen Schwiegermutter (Vilma Degischer).
Ernst Marischkas Gespür für große Szenen verwandelt typische Situationen des Kostüm-Kinos wie den symbolkräftigen Ball, den Besuch einer Ballett-Aufführung oder die abschließende Krönung in unvergessliche Momente, die Politisches und Privates perfekt verknüpfen und auch über 40 Jahre nach ihrer Entstehung nichts von ihrer Kraft verloren haben.
In Texten über Romy Schneider heißt es oft, dass sie keinen einzigen großen Film gedreht hätte. Bei keinem anderen Star wird so stark zwischen der Person und ihrem Werk getrennt wie bei ihr; und immer ist es so, als ob Romy Schneider gegenüber ihren Arbeiten in Schutz genommen werden müsste. Dabei hat sie eigentlich nie Filme gedreht, die dies wirklich erfordern -- selbst wenn sie sich später von ihnen distanziert wie im Falle der Sissi-Trilogie.
Sissi - Schicksalsjahre einer Kaiserin. Ernst Marischkas Filme über Elisabeth von Österreich haben Romy Schneider endgültig zum Star gemacht und zugleich ein Bild von ihr in der Öffentlichkeit festgeschrieben, dem sie entfliehen wollte. Aber jenseits von all dem bleiben drei große und großartige Produktionen und Romy Schneiders Darstellung der Sissi. Ohne sie wäre die Trilogie trotz Ernst Marischkas virtuoser Inszenierung wahrscheinlich längst in Vergessenheit geraten, wie so viele andere überragende deutsche Filme aus den 50er-Jahren auch. Neben ihr verblasst der junge Karlheinz Böhm genauso wie auch alle älteren und erfahreneren Schauspieler. Gerade in Sissi - Schicksalsjahre einer Kaiserin, dem dritten Teil der Serie, beweist sie eine Reife, die nur die wenigsten Stars überhaupt je erreichen, und büßt dabei aber nichts von ihrer jugendlichen Natürlichkeit ein.
Dieser melodramatischste der drei Filme, der überschattet wird von Sissis schwerer Lungenkrankheit und politischen Schwierigkeiten, lebt noch mehr als die anderen von Romy Schneiders Spiel. In einer Szene hört sie, dass sie todkrank ist und aufgrund der Ansteckungsgefahr keine Zärtlichkeiten mehr mit ihrem Mann und ihrem Kind austauschen darf, und findet -- selbst dem Zusammenbruch nahe -- noch die Kraft, dem Kaiser Trost zu spenden. Wer dies einmal gesehen hat, wird es wohl nie vergessen. --Sascha Westphal
Teil 1: Erzherzogin Sophie sucht für ihren Sohn Franz Joseph, den österreichischen Kaiser, eine Ehefrau. Ihre Wahl fällt auf Prinzessin Nene, die älteste Tochter ihrer Schwester Ludovika. Damit die Reise nach Bad Ischl den Anschein eines privaten Besuches hat, kommt auch Sissi mit. Sissi, völlig ahnungslos, begegnet dort dem Kaiser und nimmt seine Einladung auf die Pirsch gerne an. Franz Joseph ist hingerissen von ihrer Anmut und Schönheit. Als Sissi jedoch von der geplanten Verlobung mit Nene erfährt, will sie deren Glück nicht im Wege stehen. Beim großen Empfang hat der Kaiser nur noch Augen für Sissi und verkündet - zum Entsetzen seiner Mutter - die Verlobung mit der bayerischen Prinzessin Elisabeth. Die Hochzeit naht und Sissi fährt nun Donau abwärts, erwartet von Franz Joseph und den Wienern, die ihr einen prächtigen Empfang bereiten.
Teil 2: Nach der glanzvollen Hochzeit des jungen österreichischen Kaisers Franz Joseph und der bayerischen Prinzessin Elisabeth legt die Mutter des Monarchen nach wie vor größten Wert auf die Einhaltung des strengen Hofzeremoniells. Dies führt zu wachsenden Spannungen zwischen Sissi und ihrer Schwiegermutter. Als Sissi einer kleinen Prinzessin das Leben schenkt, beschließt Erzherzogin Sophie das Kind selbst zu erziehen. Franz Joseph erklärt sich einverstanden und verzweifelt sucht Sissi Zuflucht bei ihren Eltern. Vom Kaiser liebevoll nach Wien zurückgeholt, gewinnt Sissi zwar den Kampf um ihre Tochter, erkennt jedoch angesichts der gespannten politischen Lage mit Ungarn, daß ihre persönlichen Wünsche hinter den Geschicken des Landes zurückstehen müssen. In einem Triumphzug fahren Franz Joseph und Sissi nach Budapest.
Teil 3: Erzherzogin Sophie läßt noch immer keine Gelegenheit aus, um Spannungen in der glücklichen Ehe des österreichischen Kaiserpaares hervorzurufen. Während dringende Staatsgeschäfte Franz Joseph in Wien festhalten, fährt Sissi nach Ungarn. Mit Unterstützung des ihr treu ergebenen Grafen Andrassy gelingt es Sissi, den revolutionären Grafen Batthyani für die österreichische Krone zu gewinnen. Inzwischen unterrichtet Sophie ihren Sohn von Gerüchten, die von einer unstatthaften Neigung des Grafen Andrassy zu Sissi sprechen. Der Kaiser glaubt kein Wort und fährt seiner Frau entgegen. Eine ernsthafte Lungenerkrankung zwingt Sissi zu einem längeren Kuraufenthalt auf der Insel Korfu. Das Wiedersehen mit Franz Joseph wird zum offiziellen Anlaß. Mit einem glanzvollen Auftritt auf dem Markusplatz in Venedig findet der Besuch, der unter einem ungünstigen Stern begann, ein glückliches Ende.
Karl May (Farbe, 187 Min., 1974)
Produktion: TMS / ZDF„Der Film zeigt uns monologartig die Innenwelt 'des letzten deutschen Großmystikers im Zeitalter der untergehenden Märchen' als ein monströses Kammerspiel..." (Syberberg). Er beginnt um die Jahrhundertwende. Karl May, einer der meistgelesenen deutschen Unterhaltungsschriftsteller, empfängt vor einer exotischen Kulisse einen Freund. Der Eindruck einer erstarrten Idylle trügt: In seiner letzten Lebensphase, von der Syberberg erzählt, hat der Erfolgsautor die Intrigen neidischer Gegner zu ertragen, die ihm zahlreiche Verfehlungen vorwerfen: Hochstapelei und ein erschwindelter Doktortitel, Plagiat und frivole Schriften. Außerdem habe er die behaupteten Reisen in ferne Länder nie unternommen und sei mehrfach vorbestraft worden.
Regie: Syberberg, Hans Jürgen
Kamera: Dietrich Lohmann
Musik: Frédéric Chopin, Franz Liszt, Gustav Mahler
Drehbuch: Hans Jürgen Syberberg
Schnitt: Ingrid Broszat
Darsteller: Attila Hörbiger, Helmut Käutner, Kristina Söderbaum, Käthe Gold, Lil Dagover, Mady Rahl, Rudolf Prack
Syberbergs Film ergreift Partei für den Autor, attackiert dessen Gegner und zeigt diese in einem großen ideologischen Zusammenhang als Verkörperung nationalistischer Scheinheiligkeit und Engstirnigkeit der Wilhelminischen Ära. In langen inneren Monologen entwirft Karl May seine Apologie, beruft sich auf eine innere Läuterung, plädiert für die moralisch heile Welt seiner Romane, bezeichnet sich als „Monographen der Menschheitsseele" und bestätigt noch mit seinen Todes-Szenen die weihevolle Sentimentalität seiner Botschaften. Karl May begibt sich in die Wiener Kapuzinergruft, er sieht sich „in himmlische Gefilde schreiten". Am Ende „sehen wir ihn aufgebahrt vor den realen Zelten seiner Phantasie in verrottetem Glashaus unter Schnee letzte prophetische Worte sprechen..." (Syberberg)
Die Nacherzählung einer Story von Karl May ist unmöglich, da Syberberg vor allem mit den Mitteln der Collage arbeitet und seine Erzählung aus zahlreichen divergierenden Einzelteilen zusammensetzt. Diese Erzählhaltung hat auch mit der Aufnahmetechnik zu tun, die eine Bewegung im Raum für die Kamera gar nicht und für die Figuren kaum zuläßt. Die Szenerien werden durch frontal auf eine riesige Leinwand projezierte Dias hergestellt. Die Figuren befinden sich zwischen der Leinwand auf der einen und der Kamera sowie dem Projektor auf der anderen Seite. Die Kamera ist auf einer Mittelachse zur Leinwand justiert, exakt in einem Winkel von 90º; würde sie diesen Winkel verlassen (etwa durch einen Schwenk), so könnte sie die Reflexion des projezierten Dias nicht mehr aufnehmen, stattdessen würde die Leinwand nur mehr als weiße Fläche erscheinen.
Mit dieser Technik verlagert Syberberg das Geschehen von außen nach innen, von Aktionen zu Gesprächen, Monologen und Reflexionen. Er „gestaltet diese überraschende Dichterehrung, die die historischen Banalitäten und Kalamitäten der zermürbenden Querelen und Prozeßjahre freizügig überhöht, aus dem Zeitstil Karl Mays: bombastisch und phantasievoll, mit erhabenen Gefühlen, kitschigem Schwulst, effektvollem Dekor und eingestreuten, die Zeit überspringenden und bildungsbeflissenen Arabesken in Wort und Bild und mit üppigem Sinnenschmaus für Augen und Ohren als Drei-Stunden-Unterhaltung." (Paula Linhart in „film-dienst")
Bei Karl Mays letztem öffentlichen Auftritt (1912) zeigt Syberberg auch den jungen Adolf Hitler unter den Fans des Schriftstellers. Der Regisseur sieht in diesem Film „das typische Seelenpanorama eines europäischen Volkes am Beginn des proletarischen Massenzeitalters. Eine Stufe nach Ludwig II. von Bayern. Karl May auch: kurz vor Hitler, auf den er ahnungsvoll und vieldeutbar und vielfach unwissend hinführte, wie vieles". Diese Verbindung wird freilich weder im Film noch in den Anmerkungen des Regisseurs (in „Syberbergs Filmbuch", München 1976) exakt definiert und irritiert um so mehr, als Karl May eine eher hagiographische Darstellung des Autors anstrebt und diesen gegen Ende sogar in eine mystische Dimension zu entrücken versucht. Dazu bekennt sich Syberberg auch in seinem „Filmbuch": „Man kann seine Paradiese suchen, wie der historische Karl May zum Beispiel, in Reisen zu den Plätzen seiner Phantasie, und wird wohl scheitern, wie May in einem Zusammenbruch, man kann sie suchen in menschlicher Liebe und Anerkennung des Werks, das zeigten die figuralen und textlichen Argumente des Films als harte Arbeit, und man kann sie suchen in Selbstüberwindung, Kampf gegen sich selbst, auf dem Weg in sich hinein, wie Kirche und Psychologen sagen würden. Und hier ist Karl May weit gegangen und hat den Sieg mit dem Tode bezahlt." Syberberg sieht in Karl Mays Zeit auch die Epoche, aus der das Dritte Reich hervorgegangen ist, und verweist darauf auch mit der Besetzung; neben Käutner in der Titelrolle soll eine ganze Garde einstiger Ufa-Stars Assoziationen in diese Richtung auslösen.
Bauern, Bonzen und Bomben Farbe, 450 Min. (5 Teile), 1973
Produktion: Norddeutscher Rundfunk
Regie: Monk, Egon
Musik: Alexander Goehr
Drehbuch: Egon Monk
Kamera: Kurt Weber, Hans SommerfeldDarsteller: Arno Assmann, Eberhard Fechner, Edgar Bessen, Ernst Jacobi, Horst Bergmann, Rudolf Brand, Siegfried Wischnewski
Nach dem gleichnamigen Roman von
Hans Fallada
Teil 1: Die Bauern
Teil 2: Die Demonstration
Teil 3: Die Städter
Teil 4: Alle gegen alle
Teil 5: Der Gerichtstag
„Bauern, Bonzen und Bomben" machte den oft als „Volksschriftsteller" bezeichneten Hans Fallada 1931 mit einem Schlag berühmt. Den Grund für seinen ersten literarischen Erfolg nennt der Autor selbst: „Bei der Wiedergabe der Atmosphäre, des Parteihaders, des Kampfes aller gegen alle ist höchste Naturtreue erstrebt. Meine kleine Stadt steht für tausend andere..."
In dieser kleinen Stadt, Neumünster in Holstein (alias Altholm im Roman) hatte Fallada einst als Annoncenwerber und Gelegenheitsreporter beim „ General-Anzeiger" sein Geld verdient und dabei den Stoff zu diesem Buch gesammelt, von dem der Regisseur der Fernseh-Verfilmung, Egon Monk, sagt, es zeige „einige Ursachen für den Verfall der Weimarer Republik" auf. Die militante völkische Landvolk-Bewegung (1928 gegründet) im Schleswig-Holstein der späten Weimarer Republik schob der „roten Judenrepublik", dem verhaßten republikanischen „System" die Schuld an ihrer ökonomischen Notlage zu. Im August 1929 zogen etwa 3000 Bauern zu einer Kundgebung in die kleine Industriestadt Neumünster ein. Es kam zu blutigen Zusammenstößen mit der Polizei, meldete der „General-Anzeiger" am nächsten Tag. Über den folgenden Prozeß um die Straßenkämpfe hatte Fallada berichtet, in seinem Roman das Geschehen dann allerdings nach Pommern verlegt. Monk hat die Handlung nach Schleswig-Holstein zurückgeholt; er drehte ca. 120 Tage in den realen historischen Kulissen von Hamburg, Rendsburg, Lüneburg, Eckernförde und Neumünster.
In epischer Breite und mit Detailfreudigkeit beschreibt Monk, dem Autor folgend, ein Klima der Denunziation, der Staatsverdrossenheit und der politischen Intrige. Dabei legt der Film nahe, daß in jener Zeit engstirnige Sozialdemokraten in ihren Regierungsfunktionen nicht schuldlos waren am Niedergang der ersten deutschen Republik. Dem Regisseur, dessen Bearbeitung des Stoffes Sympathie für den etwas selbstherrlichen sozialdemokratischen Bürgermeister des Ortes verrät, geht es um kritische historische Distanz, durch die die geschichtlich verbürgte Handlung ins Verhältnis gesetzt werden kann. Am Schluß fügt Monk der Romanhandlung eine selbsterfundene Passage hinzu; da Fallada offenbar einer gänzlichen Fehleinschätzung der NS-Bewegung erlegen war - die NSDAP spielt in dem Buch so gut wie keine Rolle -, läßt der Regisseur in der letzten Sequenz einen Nazi-Trupp mit dem Schlachtruf „Nieder mit der Republik!" durch Altholm ziehen. Eine berechtigte kritische Fußnote, zumal in Wirklichkeit die Nazis in Schleswig-Holstein bereits im Juli 1932 bei den Reichstagswahlen die absolute Mehrheit erlangt hatten.
Kurt Tucholsky hatte Fallada seinerzeit eine erstaunliche „Echtheit des Jargons" attestiert. Diese Echtheit wird durch Egon Monks Bestreben nach größtmöglicher Authentizität der Verfilmung weitergeführt, bis hin zum schleswig-holsteinischen Platt aller Chargen. Der Regisseur Monk, ehemaliger Brecht-Schüler und langjähriger Leiter der Hauptabteilung Fernsehspiel beim NDR, zeigt zudem eine besondere Vorliebe fürs Kammertheatralische; amerikanische und halbnahe Kameraeinstellungen dominieren in diesem Film, dessen Inszenierung durch die anhaltende Konzentration auf Gesichter, Gesten und Zweierkonfrontationen geprägt ist: eine ausladende bedächtige Verfilmung.
(Teil 1) Max Tredup, Annoncenwerber bei der „Chronik", der kleinen Provinzzeitung von Altholm, kann mit seinem dürftigen Druckzeilenhonorar Frau und Kind nicht mehr ernähren. Als er zufällig Zeuge wird, wie die in Bedrängnis geratenen Bauern der Gegend eine Pfändungsvollstreckung der Finanzbehörde massiv zu verhindern versuchen, macht er Fotos davon und verkauft sie für tausend Mark als Belastungsmaterial an den Regierungspräsidenten Temborius, der die Verhaftung des Bauernführers anordnet.
(Teil 2) Die Bauern sind provoziert. Es gibt Bombenanschläge, darunter auch auf den Regierungspräsidenten in Schleswig. Der Bürgermeister von Altholm genehmigt gegen den Willen des Präsidenten eine Bauerndemonstration im Ort. Polizeioberinspektor Frerksen gerät daraufhin in Zweifel, wem seine Loyalität zu gelten hat. Auf Anordnung Temborius' stehen zwei Kompanien Schutzpolizei nahe bei Altholm, bereit, den friedlichen Ablauf der Kundgebung in Frage zu stellen.
(Teil 3) Große Unruhen sind die Folge. Stuff, Lokalredakteur der „Chronik", nimmt das Ende der Bauerndemonstration zum Anlaß, die „Roten" in der Stadtverwaltung anzugreifen. Über einen fiktiven Leserbrief gibt er den Bauern das Stichwort zum Boykott. Vertreter der örtlichen Geschäftsleute versuchen mit dem Landvolk Kontakt aufzunehmen, dessen ultimative Forderung, die Entlassung von Gareis und Frerksen, die Verhandlungen jedoch scheitern lassen.
(Teil 4) Bürgermeister Gareis nimmt den Boykott der Bauernschaft nicht zur Kenntnis. Daraufhin fährt eine Abordnung der Geschäftsleute nach Schleswig zum Regierungspräsidenten, der nun seinerseits die Chance erkennt, den ihm schon lange unbequemen Bürgermeister und Parteigenossen zu treffen. Er läßt Frerksen dispensieren. Gareis geht kompromißlos gegen den Lokalredakteur vor, versucht die Anschuldigungen des Regierungspräsidenten geheimzuhalten und erzwingt Pressefrieden bis zur gerichtlichen Untersuchung der Demonstrationsvorgänge.
(Teil 5) Tredup sitzt als Berichterstatter bei den Verhandlungen des Landvolkprozesses. Zu früh kündigt er die Entmachtung des Bürgermeisters an und verliert seine Stellung. Als er das Geld kassieren will, um mit seiner Familie fortzuziehen, wird er erschlagen. Der Landvolkprozeß endet mit einem Kompromißurteil. Allein Gareis, der Bürgermeister, bleibt auf der Strecke.
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